Leinblütenfest 2012  


Leinbluetenfest 2012

 

8. Leinblütenfest in Ottweiler/Fürth
am Sonntag, 8. Juli 2012

Leinen und Leinöl bringt man selten mit dem Saarland in Verbindung. Doch diese Pflanze mit Doppelzweck hat hier eine sehr lange Tradition. Das belegen nicht zuletzt die unzähligen Straßen- und Flurnamen mit Bezügen zur alten Leinenkultur. Dieses Erbe gilt es zu bewahren, dachten sich Patric Bies von der Bliesgau-Ölmühle und Willi Wern von der Historischen Ölmühle und organisieren seit 2005 mit vielen freiwilligen Helfern das einzige Leinblütenfest in Deutschland.

Am Sonntag, 8. Juli 2012 findet nun das achte Leinblütenfest rund um die Historische Ölmühle Wern im Ottweiler Ortsteil Fürth statt, zu dem die Veranstalter wieder weit über tausend Besucher erwarten. Neben Leinenkultur steht das Leinsamenöl als kulinarisches Highlight im Mittelpunkt dieses etwas anderen Volksfestes. Einst mit Wasserkraft zu Öl verarbeitet, gilt es heute wegen seines hohen Anteils an Omega-3-Fettsäuren zu den gesündesten und gesuchtesten Speiseölen überhaupt, denn es ist wegen seiner kurzen Haltbarkeit kaum im Handel erhältlich.

Nur an diesem Sonntag können die Besucher „Leinsamenöl aus dem Saarland“ direkt beim Erzeuger erwerben und sich davon überzeugen, dass es sich bei Leinsamenöl um ein sehr wohlschmeckendes Gourmetöl handelt, so lange es frisch genossen wird. Zahlreiche Regionalvermarkter bieten weitere Köstlichkeiten rund um Leinen an.

Ganztätig darf an kostenlosen Führungen durch die historische Wassermühle teilgenommen werden, die nach
50 Jahren Stillstand inzwischen aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt werden konnte...

 

Leinblütenfest 2012  

Leinblütenfest 2011




Liederkranz

Der Gesangverein Liederkranz 1913 Fürth e.V.
eröffnet das 7. Leinblütenfest

 

Wichtige Akteure

Wichtige Akteure fürs Gelingen des Festes:
v.l.n.r. Wolfgang Jochum, Willi Wern (Historische Ölmühle), Christoph Hassel (Umweltbeauftragter OTW), Heinrich Schmidt, Patric Bies (Bliesgau Ölmühle), Bürgermeister Hans Heinrich Rödle, Edith Wern und Ilse Knab (Historische Ölmühle), Wilfried Baldes (Burger Pumpen GmbH).

Foto: Björn Heib  

 

Endlich Technik

Nach über 50 Jahren wurde die Presstechnik
wieder in Stand gesetzt. Bürgermeister
Hans Heinrich Rödle (rechts) wohnt der Vorführung bei.

 

Kinder

An den alten Maschinen hatten auch die Kinder ihren Spaß.

 

Leinöl mit Quark

Gehört bei vielen schon zum privaten Speiseplan: Pellkartoffeln mit Quark und frischen Leinöl aus dem Saarland.

 

 

Mehr als nur ein Tropfen Öl.

Auf dem Leinblütenfest erfuhren Besucher alles über das traditionsreiche Leinsamenöl. Die Geschichte vom hohen Ölpreis ist um ein spannendes Kapitel reicher. Zwar geht es nicht um das kostbare Rohöl, dafür um das köstliche Leinsamenöl. Das stand im Mittelpunkt des Fürther Leinblütenfestes.

Von SZ-Mitarbeiter Björn Heib

Fürth. Es ist wohl eines der gesündesten und teuersten Speiseöle überhaupt und seine Gewinnung hat im Saarland eine lange Tradition: Leinsamenöl. Um an diese Tradition zu erinnern und die Leinkultur aufleben zu lassen, fand am Sonntag das siebte Leinblütenfest in Fürth statt. Getreu des Mottos „Kulinarik-Tradition-Handwerk-Bauernmarkt“ konnten sich mehr als tausend Besucher rund um die Ölmühle Wern die Kunst der Leinölgewinnung vorführen lassen und hatten Gelegenheit, allerhand über die Leinenkultur im Saarland zu erfahren.

„Mit dem Fest liegt uns daran, den historischen Kontext herzustellen und auch zu zeigen, dass die Leinpflanze früher einen Doppelnutzen hatte: Ihre spinnbaren Fasern wurden zur Herstellung von Textilien genutzt und der Samen zur Gewinnung von Öl“, erläuterte Patric Bies, Mitausrichter des Festes. In der Ölmühle Bliesgau erzeugt er selbst unter anderem dieses wertvolle Öl und stellte freudig fest: „Gerade in den letzten Jahren hat das Leinöl eine wahre Renaissance erlebt.“ Und dies wurde nicht zuletzt daran deutlich, dass am Festtag allerhand Leckereien, in denen Leinsamenöl verarbeitet wurde, angeboten wurden. So konnten sich die Gäste etwa mit Pellkartoffeln mit Leinölquark oder sogenanntem Barockbrot verköstigen. Neben weiteren kulinarischen Spezialitäten, die auf dem großen Bauernmarkt zu finden waren, konnten sich die Besucher außerdem das Spinnhandwerk an einem traditionellen Spinnrad
vorführen lassen.

Doch nicht nur die Leinenkultur wurde beim diesjährigen Fest aktiv gelebt, denn es gab einen weiteren Grund zu feiern: Die historische Ölmühle der Familie Wern, einst ertragreichste Ölmühle des Saarlandes, befindet sich seit nunmehr 170 Jahren im Familienbesitz. Aus diesem Anlass wurden Führungen durch die Mühle, die bis zum Ende der fünfziger Jahre in Betrieb war, angeboten. „Dazu nimmt die Ölpresse, wie sie schon seit 1922 funktioniert, heute ausnahmsweise ihren Dienst auf“, freute sich Eigentümer Willi Wern. Doch bei dieser einmaligen Vorführung der Pressfunktion soll es keineswegs bleiben: „Wir planen, im Herbst mit der Produktion von Walnussöl zu beginnen“, kündigte ein stolzer Willi Wern an.

Schließlich gab es auch für den Nachwuchs an diesem Tag einiges zu entdecken. So wurde ein Ponyreiten veranstaltet und die Kinder hatten die Möglichkeit, mit einer Handölmühle ihr eigenes Speiseöl zu pressen. Um dem historischen Charakter des Leinblütenfests gerecht zu werden, konnten die Besucher außerdem mit der alten Ostertalbahn anreisen, die exklusiv für das Fest die Strecke zwischen Ottweiler und Schwarzerden befuhr.

Aus Saarbrücker Zeitung vom 12. Juli 2011